Hinführung 25. Sonntag im Jahreskreis


Jesus hat Galiläa bereits verlassen und ist auf dem Weg nach Jerusalem. Dort wird sein irdischer Weg vollendet werden und sich seine grenzenlose Güte bis zur letzten Konsequenz – bis zum Tod am Kreuz – erweisen. Auf diesem Weg erzählt er das Gleichnis, das wir im Sonntagsevangelium hören (Mt 20,1–16a). Es zeigt uns Gottes Güte und Gerechtigkeit, auch wenn seine Maßstäbe für uns nicht immer leicht zu verstehen sind.

 

Hinführung zum Evangelium des 25. Sonntags im Jahreskreis am 20. September 2026: Mt 20,1-16

 

Jesus hat Galiläa bereits verlassen und ist auf dem Weg nach Jerusalem. Dort wird sein irdischer Weg vollendet werden und sich seine grenzenlose Güte bis zur letzten Konsequenz – bis zum Tod am Kreuz – erweisen. Auf diesem Weg erzählt er das Gleichnis, das wir im Sonntagsevangelium hören (Mt 20,1–16a). Es zeigt uns Gottes Güte und Gerechtigkeit, auch wenn seine Maßstäbe für uns nicht immer leicht zu verstehen sind.

 

Der Hausherr im Gleichnis geht fünfmal am selben Tag auf den Markt, um Arbeiter für seinen Weinberg zu finden: früh am Morgen, um 9, 12, 15 und sogar um 17 Uhr. Der Markt ist in der antiken Welt auch Sammelplatz für Arbeitssuchende. Der Hausherr lädt sie ein: „Geht auch ihr in meinen Weinberg!“ Er nimmt sogar die Letzten, die erst um 17 Uhr kommen, noch auf und gibt ihnen zuerst den Lohn in derselben Höhe wie allen anderen: einen ganzen Denar und damit einen guten Tageslohn. Das löst den Unmut der Arbeiter aus, die von Anfang an gearbeitet haben.

 

Der Hausherr reagiert darauf: „Mein Freund!“ Er sieht in jedem Arbeiter nicht nur eine Arbeitskraft, sondern einen ihm nahestehenden Menschen. Merkwürdig sind seine beiden Schlussfragen. Die erste Frage, der man leicht zustimmt, lautet: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?“ Die zweite Frage aber gibt sehr zu denken: „Ist dein Auge böse, weil ich gut bin?“ Das „böse Auge“ steht für eine vergleichende, leistungsorientierte Sichtweise: Ich habe mehr gearbeitet – warum bekommt der andere dasselbe?

 

Auch wir sind wie die Arbeitssuchenden. Wir suchen nach einem sinnerfüllten und geglückten Leben. Als Christ:innen dürfen wir darauf vertrauen: In Jesus kommt Gott uns entgegen. Er sucht uns, nimmt uns auf und eröffnet uns Möglichkeiten, in seinem Weinberg unser Leben zu entfalten. Und es ist nie zu spät. Auch in der späten Stunde gilt seine Einladung: „Komm auch du in meinen Weinberg!“

 

Der Denar, den wir empfangen, steht für das, was wir zum Leben brauchen, und für die Gewissheit: Ich komme nicht zu kurz. Ich muss mich nicht mit anderen vergleichen und muss nicht neidisch sein.

 

Der Weinberg, in dem wir arbeiten dürfen, ist ein Sinnbild für das Volk Gottes, für die Kirche. Im Weinberg Gottes zu arbeiten bedeutet, sich helfend und liebend anderen Menschen nach dem Vorbild Jesu zuzuwenden. Ein solcher Dienst kann jeden Tag sinnerfüllt und glücklich machen.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Gott interessiert sich für mich und ruft mich zur Mitarbeit in seinem Weinberg. Habe ich seine Einladung wahrgenommen und bin ich ihr gefolgt?
  • Auch in Zeiten von Misserfolg, Einsamkeit und vergeblichem Mühen lädt Gott uns zur Mitarbeit zur „späten Stunde“ ein und schenkt uns, was wir zum Leben brauchen. Kenne ich solche Erfahrungen?
  • Wie sieht meine Tätigkeit im Weinberg des Herrn aus? Ist sie für mich sinnstiftend und lebenserfüllend? Gelingt es mir, von einer Leistungslogik zu einer Haltung der Güte und Solidarität nach dem Vorbild Jesu zu finden?

 

Dr. Mira Stare - Pfarrseelsorgerin und -kuratorin, Senior Scientist am Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 14.09.2026

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