Hinführung zum Evangelium des 16. Sonntags im Jahreskreis am 19. Juli 2026: Mt 13,24-43
Diese Parabel behandelt ein sehr praktisches Problem. In der Gesellschaft finden wir Gutes und Schlechtes vermischt. Wir finden Menschen mit fragwürdiger Ethik oder die andere unfreundlich behandeln; wir finden Menschen, die die Regeln missachten und damit gewissermaßen Unheil säen, was sich negativ auf ihr Umfeld auswirken kann.
Doch diejenigen, die wie Unkraut sind, werden ihre Schuld letztendlich begleichen. Sollen wir sie also ausgrenzen oder sie an der Ernte teilhaben lassen? Der Bauer im Gleichnis scheint zu glauben, dass das Unkraut den Weizen nicht bedroht; beide können zusammen wachsen. Nicht das Unkraut selbst gefährdet den Weizen, sondern unsere Reaktion darauf. Während wir darum ringen, Gottes Werk in einer Welt zu tun, die nicht zuhören will und sich jedem Versuch widersetzt, uns näher zu Gottes Reich zu bringen, müssen wir uns daran erinnern, dass wir Liebe und Verständnis brauchen, um Gottes Wort zu verbreiten.
Damit ein Samenkorn wachsen kann, braucht es Sonnenlicht und Wasser. So wie das Samenkorn uns repräsentiert, brauchen auch wir Nahrung, die wir durch das Wort Gottes und durch Brot und Wein des Abendmahls erhalten. Im Laufe der Wochen, Monate und Jahre wachsen wir in unserem Glauben und werden zum guten Weizen auf dem Feld. Doch selbst mit der besten Pflege können wir uns nicht immer vor dem Abirren bewahren.
Wir können wie der Same sein, der auf steinigen Boden fiel, und schon bald sind wir versucht, in die gewohnten Muster des Bösen zurückzufallen. Äußerlich wollen wir wie die perfekte Weizenernte wirken, voll ausgereift und bereit, für das Reich Gottes geerntet zu werden. Doch in Wahrheit, wenn wir in uns hineinsehen, erkennen wir, dass wir alle irgendwann einmal eher wie Unkraut in Gottes Garten erscheinen. So werden auf Erden gute und schlechte Menschen zusammenwachsen und leben. Das Reich Gottes wird inmitten des Bösen dieser Welt gegenwärtig sein. Am Ende der Zeit werden die Menschen zu ihrer ewigen Bestimmung getrennt. Wenn du dich in Gottes Garten umschaust, achte auf den guten Samen, der dort wächst; betrachte ihn als die Pflanze des Glaubens und erkenne jene, die im Reich unseres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wenn wir das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen lesen, sollten wir nicht annehmen, dass wir selbst Weizen sind!
Sollen wir sie also ausgrenzen oder sie an der Ernte teilhaben lassen?
Fragen zum Weiterdenken:
Sr. Fides Manuel SRA - Projektmitarbeiterin Weggemeinschaften
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 13.07.2026
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