Was heißt glauben – heute?


Eine Predigt von Max Valtingojer

Was heißt Glaube – heute?

Seit mir das Thema „Was heißt Glaube – heute?“ übermittelt wurde, beschäftigen mich viele Gedanken zum Glaubensleben – Gedanken, die mich während meines Lebens in der Begegnung von vielen lieben Menschen geprägt haben.

In den unterschiedlichen Glaubensansichten entdeckte ich viel Geheimnisvolles, aber auch vieles Inspirierende – etwas, das Menschen Kraft, Hoffnung, Zuversicht und Trost schenkt.

Auch ich wollte einen solchen tragenden Glauben besitzen und bemühte mich, das Gute zu erkennen und negative Einflüsse aus verschiedenen Einströmungen zu überwinden. Dieses Bemühen verlangte neben der Sehnsucht auch etwas Mut dazu zu stehen.

Heute beschäftige ich mich intensiv mit der Frage: Was heißt Glauben?

In Gesprächen wird mir oft entgegengehalten: „Glauben heißt doch, nichts zu wissen.“ Häufig werden wissenschaftliche Erkenntnisse angeführt, um die Bedeutung und Wirksamkeit des Glaubens infrage zu stellen. Interessanterweise erlebe ich dabei aber immer wieder, dass gerade solche Diskussionen den Glauben nicht schwächen, sondern vertiefen können.

Denn Glaube bleibt nicht einfach unverändert bestehen. Durch Fragen, Zweifel und neue Erfahrungen entwickelt er sich weiter. Wenn Glaube lebendig sein soll, muss er sich hinterfragen lassen. Gerade dadurch kann er wachsen und tiefer werden.

Glaube bezieht sich nicht auf etwas, das sich beweisen, berechnen oder messen lässt. Würde jemand behaupten, Gottes Existenz beweisen oder widerlegen zu können, dann wäre das, was bewiesen oder widerlegt wird, nicht Gott selbst. Denn gerade das Wesen des Glaubens besteht darin, dass er sich auf etwas bezieht, das uns Menschen und das Universum übersteigt.

Glaube fragt daher nicht nur:
„Was kann ich wissen?“
oder:
„Wie funktioniert die Welt?“

Glaube fragt vielmehr:
„Was darf ich hoffen?“
„Worauf kann ich vertrauen?“
„Was gibt meinem Leben Sinn?“

So gesehen ist Glauben etwas anderes als historisches oder naturwissenschaftliches Wissen.

Für mich bedeutet Glauben vor allem Vertrauen, das ich durch meine Eltern und Großeltern lernte durfte – Vertrauen in Menschen und letztlich auch Vertrauen in Gott.

Glauben heißt … staunen - Staunen darüber, dass es überhaupt ein Universum gibt. Staunen über die Ordnung der Natur, über Sonne, Wärme, Licht und die Schönheit der Schöpfung, über die Vielfalt der Tierwelt, über singende Vögel und über treue Weggefährten des Menschen.

Glauben heißt … suchen - Wir suchen Orte, an denen unser inneres Leben wachsen kann. Wir suchen Sinn, Hoffnung und Orientierung. Weil wir leben wollen, suchen wir auch Wege, unseren Glauben zu stärken und lebendig zu halten.

Glauben heißt … hinterfragen und zweifeln - Gerade schwierige Lebenssituationen werfen Fragen auf: Warum gibt es Leid? Warum trifft Menschen schweres Schicksal? Wo ist Gott in Zeiten der Not? Solche Fragen können den Glauben erschüttern. Und dennoch erleben wir immer wieder bei betroffenen Menschen, die gerade aus ihrem Glauben Kraft schöpfen und ihr Leben trotz aller Belastungen annehmen.

Glauben heißt … hoffen - Hoffnung und Glaube sind eng miteinander verbunden.
Wenn die Hoffnung sich immer neu belebt, kann auch der Glaube sich weiter entwickeln.

Glauben heißt … Trost finden - In Zeiten tiefster Not fühlen sich Menschen oft verlassen – von anderen Menschen und manchmal auch von Gott. Gerade dann kann der Blick auf Jesus Christus und sein Leben und Sterben Trost schenken.

Glauben heißt … Liebe - Glaube ohne Liebe bleibt leer.Nur die Liebe gibt dem Glauben Tiefe und Dauer.

Was heißt Glaube – heute? Für mich bedeutet Glauben heute auch: glauben wollen in einer vermehrt säkularisierten Welt, - somit will ich mutig einen vergebenen Lebensweg beschreiten und voller Hoffnung auf das Glaubensziel blicken.

Zum Abschluss möchte ich jedem Buchstaben des Wortes GLAUBE eine Bedeutung geben:

G – Geborgenheit
Ich darf mich vertrauensvoll in Gottes Geborgenheit fallen lassen.

L – Liebe
Ich darf die Liebe Gottes erfahren.

A – Anerkennung
Auch wenn ich klein und unvollkommen bin, werde ich angenommen.

U – Umfassend
Der Glaube umfasst alles, was mein Leben trägt.

B – Barmherzigkeit
Im Glauben finde ich Gottes Gnade und Barmherzigkeit.

E – Einigkeit
Der Glaube schenkt Gemeinschaft, Zusammenhalt und Orientierung.

Das Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten:
„Ich glaube.“

Diese Worte möchte ich künftig noch bewusster sprechen – in Dankbarkeit gegenüber all jenen Menschen, die mir geholfen haben, Vertrauen zu Gott zu finden.

Denn Glaube kann nur wachsen, wenn ihm Liebe, Hoffnung und Zuversicht begegnen.

Und letztlich vertraue ich darauf, dass Gott jedem Menschen das Heil schenken möchte, das er für ihn vorgesehen hat.

 

Max Valtingojer, Neuapostolische Kirche Tirol

nak.at

 

Kategorie: Blog, Missionarische Pastoral

Datum: 22.06.2026

Teilen

Anschrift

Diözese Innsbruck
ZUKUNFT.glauben
Riedgasse 9-11
A-6020 Innsbruck
 
Öffnungszeiten Büro
Mo-Di 08:30 - 11:30 Uhr
Do 08:30 - 11:30 Uhr

zukunft.glauben@dibk.at
Tel.: +43 512 2230 9603 

Impulse

HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.

zur Anmeldung

BEWEGUNGSMELDER - Erhalte Informationen über Veranstaltungen in der Diözese und deren Erneuerungsbewegungen 

zur Anmeldung

Infoscreen

Suchen ...

... und finden

GEISTreich - Diözese Innsbruck    
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt

powered by webEdition CMS