Hinführung 6. Sonntag der Osterzeit


Weniger nach dem spektakulären Gott zu suchen und mehr nach dem gegenwärtigen, dazu lädt das Evangelium des 6. Sonntags der Osterzeit ein.

 

Hinführung zum Evangelium des 6. Sonntags der Osterzeit am 10. Mai 2026: Joh 14,15-21

Es gibt Sätze im Evangelium, die treffen ins Herz: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen.“ Vielleicht, weil darin etwas ausgesprochen wird, das viele Menschen kennen: die Angst, allein dazustehen. Verlassen zu werden. Den Halt zu verlieren. Gerade dann, wenn sich etwas verändert und Vertrautes wegbricht.

Die Jünger stehen genau an so einem Punkt. Kurz vor seinem Leiden bereitet Jesus seine Freunde auf die Zeit vor, in der sie ihn nicht mehr so sehen werden wie bisher. Und mitten hinein sagt er nicht: „Reißt euch zusammen!“ Sondern: „Ich lasse euch nicht allein.“ Mich berührt das. Denn auch ich kenne Zeiten, in denen ich mir wünsche, Jesus wäre greifbarer, deutlicher, unmittelbarer. Ein Wort. Ein Zeichen. Eine klare Antwort.

Stattdessen spricht er vom Beistand, vom Heiligen Geist. Im Johannesevangelium heißt es „Parakletos“ – einer, der an die Seite gerufen wird: Tröster, Anwalt, Helfer, Begleiter. Kein Ersatz für Jesus, sondern seine Gegenwart auf neue Weise.
 
Vielleicht ist das auch heute so. Gott drängt sich nicht auf, aber er ist da. In einem Gedanken, der plötzlich Frieden bringt. In einem Menschen, der im richtigen Moment bleibt. In einer Kraft, die ich mir selbst nicht erklären kann. In einem Wort der Schrift, das mich unerwartet trifft.

Jesus verbindet das mit der Liebe: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Das klingt zuerst streng, ist für mich aber etwas anderes. Liebe zeigt sich nicht im Reden, sondern im Leben. Nicht im Gefühl allein, sondern darin, wie ich handle. Wie ich mit anderen umgehe.
 
Und dann sagt Jesus: „Ich lebe und auch ihr werdet leben.“ Was für eine Zusage. Nicht nur irgendwann. Schon jetzt. Mitten in allem, was unfertig ist. Mitten in Sorgen, Brüchen und offenen Fragen.

Vielleicht ist das die Einladung dieses Evangeliums: weniger nach dem spektakulären Gott zu suchen und mehr nach dem gegenwärtigen. Dem Gott, der nicht laut auftritt, aber treu bleibt. Dem Gott, der nicht jede Frage sofort beantwortet, aber an meiner Seite geht. Ich werde euch nicht allein zurücklassen! Manchmal reicht ein einziger Satz, um wieder atmen und hoffen zu können.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wann habe ich das Gefühl, auf mich allein gestellt zu sein?
  • Wie zeigt sich mein Glaube im Alltag – in Worten und Gefühlen oder in meinem Umgang mit anderen Menschen?
  • Wann habe ich zuletzt gespürt, dass Gottes Geist mich getragen, getröstet oder innerlich geführt hat?

 

Mag. Carina Mathoy – Lehrerin an der HTL Imst

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 04.05.2026

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