Hinführung zum Evangelium des 5. Sonntags der Osterzeit am 3. Mai 2026: Joh 14,1-12
„Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“ Dieser Satz trifft. Denn ehrlich: Wie oft ist unser Herz genau das: unruhig, suchend, voll Fragen. Jesus spricht diese Worte im Abschiedsrahmen des Johannesevangeliums. Es sind keine allgemeinen Weisheiten, sondern Worte an Menschen, die spüren: Etwas geht zu Ende. Wenn Jesus von den „Wohnungen im Haus des Vaters“ spricht, klingt darin mehr mit als ein Bild vom Himmel. Im griechischen Text steht „monai“ – bleibende Orte. Es geht um Gemeinschaft mit Gott, die nicht abbricht. Kein fernes Jenseits, sondern eine Beziehung, die jetzt beginnt und über den Tod hinaus trägt. Das heißt konkret: Mein Leben geht nicht ins Leere.
Und doch meldet sich in mir auch Thomas: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.“ Jesu Antwort ist radikal: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Im Johannesevangelium ist das mehr als ein schönes Bild. Jesus wird hier als der sichtbar gewordene Zugang zu Gott verstanden. Nicht ein Weg unter vielen, sondern der Ort, an dem Gott sich zeigt. Das fordert mich heraus. Denn ich hätte gerne klare Anweisungen, Sicherheiten, am besten Schritt für Schritt. Stattdessen verweist Jesus immer wieder auf Vertrauen. Auf ein Mitgehen, auch wenn nicht alles sichtbar ist.
Auch Philippus sucht nach Klarheit: „Zeig uns den Vater.“ Und Jesus antwortet fast überraschend: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“ Das ist hohe Theologie und zugleich zutiefst konkret. Gott bleibt nicht fern, sondern wird im Leben Jesu greifbar: in seinem Reden, seinem Handeln, seiner Nähe zu den Menschen.
Und dann dieser herausfordernde Satz: „Wer an mich glaubt, wird die Werke tun, die ich tue.“ Im Johannesevangelium sind das Zeichen, die auf Gott hinweisen. Vielleicht heißt das für mich: Dort, wo ich liebe, vergebe, Hoffnung weitergebe, wird etwas von Gott sichtbar. Am Ende bleibt eine Zusage: Mein Suchen, mein Zweifeln, mein Unterwegssein hat ein Ziel – und einen, der selbst der Weg dorthin ist. Es bleibt kein fertiges Konzept, sondern eine Zusage: Du musst den Weg nicht allein finden. Ich bin schon da und ich gehe mit!
Fragen zum Weiterdenken:
Mag. Carina Mathoy – Lehrerin an der HTL Imst
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 27.04.2026
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