Inspiration pur: Kundschafter-Reise nach Stuttgart eröffnet neue Perspektiven


Natalie Margreiter berichtet, wie ihr der Besuch pastoralinnovativer Orte in und um Stuttgart neu Lust machte auf die Kirche von morgen – und darauf, selbst Teil davon zu sein.

Elf Interessierte aus der Diözese Innsbruck machten sich am Palmsonntag auf den Weg nach Stuttgart, um pastorale Innovationsprojekte kennenzulernen. Natalie Margreiter schildert ihre Eindrücke von der Kundschafter-Reise, die vom Pastoralen Bereich ZUKUNFT.glauben organisiert wurde:

Mit großer Vorfreude machten wir uns auf den Weg nach Stuttgart. Unser Ziel: pastorale Innovationen kennenlernen, die vielleicht auch bei uns in Innsbruck neue Wege eröffnen können. Was wir in diesen Tagen erlebt haben, war weit mehr als eine Studienreise – es war eine Reise voller Eindrücke, Begegnungen und innerer Bewegung.

Gleich zu Beginn wartete eines meiner absoluten Highlights: der Ostergarten Stuttgart, der größte seiner Art in Deutschland. Nach einem offenen Gespräch mit dem Initiator, einer stärkenden Jause im Gemeinschaftszelt und sogar einer spontanen Backstage-Führung tauchten wir selbst in die Ostergeschichte ein. In einem ehemaligen Gewächshaus wurden wir von einem Guide, der zugleich Erzähler war, durch liebevoll inszenierte Stationen geführt. Gerüche, Farben, Stoffe, Stimmen – alles wirkte so nah, so real, dass man sich tatsächlich in eine andere Zeit versetzt fühlte.

Besonders berührt hat mich der Moment, als Jesus auftrat: jung, ausstrahlend, voller Freude. Von da an war ich ganz drin. Jede Station hatte ihren eigenen Charakter – vom letzten Abendmahl über Gethsemane bis hin zur erschütternden Verurteilung Jesu. Gänsehaut pur. Tief bewegend war auch die Perspektive von Maria aus Magdala, die blieb, als andere flohen. Die Kreuzigung, die Auferstehung, das leere Grab – all das wurde nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht.

Am Ende stand ein Raum der Stille und Reflexion. Eine Tanz- und Story-Performance stellte die Frage, was diese Liebestat Jesu ganz persönlich mit mir zu tun hat. Gespräche, ein persönlicher Segen, offene Fragen an den Jesus-Darsteller – dieser Abend ließ uns nicht einfach gehen, sondern entließ uns nachdenklich in die Nacht. Worte reichen kaum aus, um dieses Erlebnis zu beschreiben. Man muss es selbst erleben. Die beeindruckenden Zahlen – tausende Quadratmeter, hunderte Ehrenamtliche, zehntausende Besucher – zeigen: Wenn christliche Konfessionen gemeinsam unterwegs sind, kann Großes entstehen. (Wer neugierig ist: 2028 gibt es wieder die Gelegenheit.)

Am nächsten Tag ging es weiter mit Kirchenbesuchen. Ich entschied mich für die KesselKirche – ein Ort, den ich schon aus Podcasts und Social Media kannte. In einer unscheinbaren evangelischen Martinskirche erwartete uns ein überraschend warmer Raum: Sofas statt Holzbänke, Kaffee statt Weihwasser, Begegnung statt Distanz. Ein Pastor mit halber Stelle erzählte uns vom Konzept der „Mitmachkirche“, in der Ehrenamtliche tragen, gestalten und predigen. Besonders hängen geblieben ist mir ein Satz:
„Solange Hauptamtliche die Lücken im Ehrenamt stopfen, kann sich nichts entwickeln.“
Mut zur Lücke, Vertrauen in die Menschen und echte Beteiligung – hier wird Kirche neu gedacht.

Am Samstagnachmittag folgte der Austausch im katholischen Begegnungsort „Station S“: ein heller Raum für Kultur, Musik, klassische Liturgie und neue Formate. Von Kloster-Yoga über Literaturgottesdienste bis hin zu muttersprachlichen Feiern – Vielfalt wird hier nicht nur erlaubt, sondern gelebt. Spannend war auch der Einblick, wie die Diözese gezielt Projekte fördert, etwa im digitalen Bereich oder mit christlichen Influencer:innen.

Den Abschluss des Tages bildete die evangelische Stiftskirche mitten in Stuttgart. Citypastoral, soziale Projekte, gelebte Ökumene und sogar zweimal monatlich Abendmahl – ungewöhnlich und inspirierend. Der Aufstieg auf den Kirchturm, 240 Stufen hoch, belohnte uns mit einem Blick über die Stadt und dem hautnahen Erlebnis des Glockenläutens.

Am Sonntag führte uns der Weg zurück Richtung Heimat – mit weiteren spannenden Stationen. In Metzingen besuchten wir die Kletterkirche, ein methodistisches Projekt, bei dem Gemeinschaft im Mittelpunkt steht: Belonging before believing. Kirche und Kletterhalle wachsen hier gemeinsam, die Pastoren sind Teil der Szene. Anders als bei uns, aber unglaublich inspirierend. Auch das Projekt „Allgäusegen“, das Tourismus und Spiritualität verbindet, ließ mich weiterdenken – ein Ansatz, der auch in Tirol Potenzial hätte.

Den Schlusspunkt setzte eine Messe in der Autobahnkirche Galluskapelle Leutkirch. Gemeinsam mit Bischof Hermann feierten wir den Abschluss dieser dichten, erfüllenden Reise.

Mit vielen Ideen, viel Segen und neuen Perspektiven kehrten wir nach Innsbruck zurück. Was aus all dem entstehen wird, weiß ich noch nicht. Aber eines ist sicher: Diese Reise wirkt nach – und ich bin gespannt, wohin sie uns noch führen wird.

 

Natalie Margreiter – Organisationsreferentin Projektmanagement und stellv. Leitung PB ZUKUNFT.glauben

 

Neugierig geworden? Hier findets Du weiterführende Links zu den Stationen der Kundschafterreise:

Ostergarten Stuttgart

KesselKirche Stuttgart

Station S

Stiftskirche Stuttgart

Kletterkirche H3 Metzingen

Netzwerk Allgäusegen

Autobahnkirche Galluskapelle Leutkirch

 

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

Kategorie: Blog, Missionarische Pastoral

Datum: 23.04.2026

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