Atempause: Weniger ist mehr - Gebet


Gebet der Atempause vom 26.02.2026, von Dr. Claudia Hubert

Atempause: Weniger ist mehr - Gebet

Dr. Claudia Hubert, Berufungspastoral Diözese Innsbruck

Vielleicht hast du es schon selbst erlebt:
Manchmal ist weniger wirklich mehr.
Weniger Erwartungen, weniger Perfektion, weniger Müssen.
Und plötzlich entsteht Raum – Raum zum Atmen, zum Denken, zum Sein.

Genau das gilt auch für unsere Beziehung zu Gott.
Wir meinen oft, Gebet brauche mehr Worte, mehr Formulierungen, mehr besondere Momente.
Doch vielleicht lädt Gott uns ein zu etwas ganz anderem: Weniger Ballast, weniger Fassade, weniger Aufwand – und dafür mehr Ehrlichkeit.

Wenn wir „weniger ist mehr“ auf das Gebet übertragen, wird etwas sehr Einfaches sichtbar:

Beim Beten geht es nicht darum, alles perfekt auszudrücken.
Nicht darum, unsere Gedanken ordentlich sortiert vor Gott auszubreiten.
Manchmal ist das größte „Mehr“ im Gebet genau das: Weniger tun – mehr loslassen.
Weniger reden – mehr da sein. Weniger kontrollieren – mehr vertrauen.

Das Gebet ist somit ein Ort, an dem wir nicht leisten müssen, sondern ablegen dürfen.

So wie ein schwerer, übervoller Sack, den wir Gott einfach vor die Füße stellen dürfen – ungeordnet, unsortiert, ungeschönt.

 

Manchmal hören wir Bilder, die uns kurz irritieren.
Eines davon lautet:

„Beten ist wie Gott den Sack vor die Füße zu werfen.“

Ein Sack. Schwer. Unhandlich. Gefüllt mit allem, was sich im Leben ansammelt.
Sorgen, Ängste, offene Fragen, Schuldgefühle, Müdigkeit, vielleicht auch Freude, Dank und Hoffnung.

Beten heißt nicht, diesen Sack schön zu ordnen.
Nicht, ihn vorher zu sortieren oder ein Etikett darauf zu kleben.
Beten heißt: ihn Gott hinlegen – so wie er ist.

Beten ist nicht so sehr eine Sache, die es zu tun gilt sondern eine Haltung des Herzens:

Beten heißt:

  • mit Gott freuen,
  • mit Gott klagen,
  • mit Gott schweigen,
  • mit Gott arbeiten,
  • mit Gott müde sein.

Nichts im Leben ist zu klein, zu banal oder zu alltäglich, um es Gott hinzulegen.
Der ganze Alltag darf Gebet werden.

Oder anders gesagt:
Der Sack wird im Laufe des Tages immer wieder voller – und wir dürfen ihn immer wieder abstellen.

Und das tolle ist: wir müssen den Sack nicht allein tragen – Gott trägt ihn mit. Er hält ihn aus. Das lässt mich aufatmen. Und der wird leichter – nicht weil alles gelöst ist, sondern weil nichts mehr versteckt werden muss.

Am Ende merken wir: Weniger ist mehr – das gilt auch für unser Beten.
Wenn wir weniger festhalten, weniger leisten, weniger perfekt sein wollen,
dann entsteht mehr Raum für Gott.
Mehr Ehrlichkeit, mehr Nähe, mehr Vertrauen.
Denn auch das ist beten:
mit Einfachheit den eigenen Sack Gott vor die Füße legen und sich Ihm überlassen.

  1. Abschlussgebet

Guter Gott,
hier ist mein Sack.
Schwer von dem, was mich belastet,
gefüllt mit dem, was mich freut
und mit dem, was ich nicht verstehe.

Ich lege ihn dir hin,
so wie er ist.
Hilf mir zu vertrauen,
dass mein Leben bei dir gut aufgehoben ist.

Lass mein Reden, mein Schweigen,
meinen Alltag und meine Wege
immer wieder Gebet werden.

Amen.

 

Dr. Claudia Hubert, Referentin Berufungspastoral und Hochschulpastoral, ZUKUNFT.glauben

 

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

Kategorie: Blog, Missionarische Pastoral

Datum: 07.04.2026

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