Hinführung 3. Sonntag der Fastenzeit


Von einer "Brautwerbung" der anderen Art berichtet das Evangelium des dritten Sonntags in der Fastenzeit. Jesus wirbt am Brunnen von Sychar mit dem Angebot, lebendiges Wasser, neues Leben aus Gott zu schöpfen.

 

Hinführung zum Evangelium des dritten Sonntags der Fastenzeit am 08. März 2026: Joh 4,5-42

„Jesus war müde von der Reise und setzte sich an den Brunnen“ (Joh 4,6). Dieser Satz versetzt uns nicht nur in das passende Umfeld der kommenden Szene, sondern zeigt zudem Einblicke in die Menschlichkeit Jesu: Er sucht einen Ort zum Ausruhen und kommt an einen Brunnen in Samarien.

Samariter sind in der Bibel ein wiederkehrendes Volk, welches in einem Spannungsverhältnis zum jüdischen Volk lebte, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Gottesverehrung. Während sie die fünf Bücher Mose anerkannten, beteten sie jedoch am Berg Garizim statt in Jerusalem (mit „dieser Berg“ ist der Garizim gemeint; Joh 4,20; Dtn 27,11-26).

Dort ausruhend begegnet Jesus einer Frau. Diese Begegnung erinnert gezielt an vorhergegangene biblische Erzählungen: Brunnen waren Orte, an denen Frauen Wasser schöpften und Männer häufig um sie warben, Beispiele hierfür sind etwa Rahel (Gen 29), Rebekka (Gen 24) oder Zippora (Ex 2), in diesen Stellen bahnten sich Beziehungen der Stammväter Israels zu ihren zukünftigen Frauen an.

Auch im Johannesevangelium kommt es zur „Brautwerbung“, allerdings einer anderen Art: Jesus wirbt um die Frau und durch sie um ganz Samarien, indem er ihr „lebendiges Wasser“ anbietet, neues Leben aus Gott.

Anfangs reden die beiden aneinander vorbei, Jesus spricht symbolisch vom lebendigen Wasser, das den inneren Durst stillt, während die Frau ihn wörtlich versteht.

Als Jesus ihre Lebensgeschichte anspricht, geschieht dies ohne moralischen Unterton. Die „fünf Männer“ können im historischen Kontext als Symbol für die wechselvolle Religiosität Samariens verstanden werden und als fünf Kulte/fünf Götter verstanden werden, es kommt also zu einem Gespräch über Gottesverehrung.

Die Frau wird so zu einem kompetenten, offenen und ehrlichen Gegenüber (sie hat sogar den größten Redeanteil aller Gesprächspartner:innen, mit denen sich Jesus im Johannesevangelium unterhält).

Jesus zeigt auf, dass Beten nicht an einen Ort gebunden ist, sondern „im Geist und in der Wahrheit“ geschieht (Joh 4,24), in der persönlichen Beziehung zu ihm selbst.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Gibt es Begegnungen, die meinen Glauben nachhaltig geprägt haben?
  • Wo kann ich Gottes Wirken in den Begegnungen meines Alltags wahrnehmen?
  • In welchen Situationen könnte ich wie Jesus Brücken bauen, statt zu urteilen?

 

Text und Bild: Mag. Elena Mizrachi – Fachreferentin Bibelpastoral

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 02.03.2026

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