Hinführung 1. Sonntag der Fastenzeit


Das Evangelium des ersten Fastensonntags nimmt uns mit in eine unwirtliche Gegend und zeigt Jesus nicht als entrückte Gestalt fern menschlicher Erfahrung, sondern als einen, der sich den Grundfragen des Lebens stellt: Was trägt wirklich? Worauf vertraue ich? Wovon lebe ich?

 

Hinführung zum Evangelium des ersten Sonntags der Fastenzeit am 22. Februar 2026: Mt 4,1-11

Der Beginn des Evangeliums nimmt uns mit in eine karge unwirtliche Gegend. Kurz zuvor hat Jesus im Jordan die Zusage Gottes empfangen: „Dieser ist mein geliebter Sohn“ (vgl. Mt 3,17a). Doch jetzt ist alles still. Wüste bedeutet Einsamkeit, Schweigen, Fasten, Beten. Die Wüste kann ein Ort der Nähe zu Gott sein, aber auch ein Ort der Bedrohung und Versuchung.

Wer diese Szene liest, spürt sofort die Verbindung zur Exodus-Geschichte: Auch Mose fastet 40 Tage und Nächte, bevor er die Tafeln des Bundes empfängt (vgl. Dtn 9,9), damit wird die Person Jesu untrennbar in die Geschichte der Israeliten gestellt und mit ihr verwoben.

Die Erzählung zeigt Jesus nicht als entrückte Gestalt fern menschlicher Erfahrung, sondern als einen, der sich den Grundfragen des Lebens stellt: Was trägt wirklich? Worauf vertraue ich? Wovon lebe ich?

Gerade dort, wo die Kräfte schwinden und Sicherheiten fehlen, tritt der Versucher an ihn heran. Er spricht Jesus mit Worten der Heiligen Schrift an und verleitet ihn, die Steine der Wüste in Brot zu verwandeln. Stellt man sich ein 40-tätiges Fasten vor so kann man erahnen, wie hungrig Jesus wohl gewesen sein muss und doch lässt er sich vom Teufel nicht auf rein physische Bedürfnisse reduzieren, er nährt sich nicht „nur vom Brot allein“ (auch, aber nicht nur), sondern durch das Wort Gottes.

Auch die zweite Versuchung, ein spektakuläres Wunder, weist er zurück. Jesus widersteht der Verlockung, groß herauszukommen und durch eine große Sensation die Gunst der Menschen zu gewinnen, denn er weiß: Die Beziehung zu Gott ist kein Spiel, kein Mittel zur Selbstdarstellung.

Schließlich zeigt der Teufel ihm Macht und Pracht der Welt, ein einziger Kniefall würde genügen. Doch Jesus bleibt seinem Weg treu, er betet allein Gott an und lässt sich nicht von seiner Sendung abbringen. In Jesu Antworten zeigt sich, was sein ganzes Wirken prägen wird: Vertrauen statt Selbstinszenierung, Hören statt Herrschen, Treue statt Abkürzungen.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Welche „Wüstenzeiten“ kenne ich aus meinem eigenen Leben und wer oder was hat mich dort besonders beeinflusst?
  • In welchen Momenten verlasse ich mich nur auf das, was sofort greifbar ist, statt auf das, was meinem Leben wirklich Halt gibt?
  • Welche Wege gehe ich weiter, auch wenn sie anstrengend sind?

 

Text und Bild: Mag. Elena Mizrachi – Fachreferentin Bibelpastoral

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 16.02.2026

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