Sonntag in der Weihnachtsoktav - Fest der heiligen Familie 2025


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierten gibt es hier jede Woche kurze Gedanken zum Sonntagsevangelium mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung Sonntag in der Weihnachtsoktav - Fest der hl. Familie 2025, 28.12.2025, Mt 2,13-15.19-23

Gott geht mit - auch auf Umwegen

Das Sonntagsevangelium berichtet von der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten und ihrer Rückkehr nach Galiläa. Matthäus deutet diese Ereignisse nicht als Zufall, sondern als Erfüllung der Schrift. Dreimal werden prophetische Worte zitiert: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Hos 11,1), „Er soll Nazarener genannt werden“ (wohl eine Zusammenfassung mehrerer Prophetenworte). Damit zeigt Matthäus: Jesus wiederholt den Weg Israels – Exil und Heimkehr gehören zur Heilsgeschichte. Die Kindheitsgeschichte ist so stark von der Theologie der Erfüllung geprägt: Was geschieht, ist Teil des göttlichen Heilsplans.

Josef handelt nicht eigenmächtig, sondern folgt den Weisungen des Engels im Traum. Das Motiv des Traumes ist typisch für Matthäus: Gott spricht nicht laut und öffentlich, sondern verborgen und persönlich. Der Traum wird zum Ort der Offenbarung, in dem menschliche Kontrolle endet und Gottes Wort Raum gewinnt. Wie bei Josef im Alten Testament (Gen 37ff.) ist der Traum Zeichen für Gottes Führung, die Vertrauen verlangt. Auffällig ist die wiederholte Formulierung „er stand auf und tat, wie der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“ – ein Hinweis auf Josefs Gehorsam als Schlüsselmotiv.

Auch die geografischen Hinweise sind theologisch bedeutsam: Ägypten steht für Schutz, aber auch für Fremde und Unsicherheit. Galiläa, „das Land der Heiden“, wird zum Ort des Anfangs – ein Hinweis auf die universale Sendung Jesu. Die Rückkehr nach Nazareth erfüllt die Schrift und zeigt: Gottes Plan verwirklicht sich oft auf unerwarteten Wegen. Die Erwähnung von Archelaus als Herrscher in Judäa verweist zudem auf die politische Bedrohung und die Realität von Gewalt, die die Geschichte Jesu von Anfang an begleitet.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wie erleben wir heute Gottes Führung? Durch klare Zeichen, innere Impulse oder andere Menschen?
  • Was hilft uns, in schwierigen Situationen Vertrauen zu bewahren?
  • Wo erfahren wir Schutz, welche Orte sind mit Unsicherheiten verbunden?

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 22.12.2025

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