2. Adventssonntag 2025


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierten gibt es hier jede Woche kurze Gedanken zum Sonntagsevangelium mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 2. Adventssonntag 2025, 07.12.2025, Mt 3,1-12

Paul Faulhaber, Fachreferent für Weggemeinschaften und pastorale Innovation, ZUKUNFT.glauben

 

Mit Stumpf und Stiel

Etwas mit Stumpf und Stiel zu beseitigen kann wohl als gnadenloses Vorgehen bezeichnet werden. Eben diese Vorgehensweise erwartet die Stimme des Rufers in der Wüste, der Vorläufer Johannes der Täufer von dem, den er ankündigt und auf den er die Menschen mit seinen Bußpredigten und Umkehr-Taufen im Jordan vorzubereiten sucht: dem Erlöser Israels. Seine Ankunft, die Feier der Geburt Jesu Christi erwarten wir in diesen Tagen des Advents voller Freude.

Ist es aber Grund zur Freude, Frohe Botschaft oder nicht vielmehr ‚Drohbotschaft‘ wenn wir hören, dass die Axt schon an die Wurzel der Bäume gelegt ist und jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, umgehauen und ins Feuer geworfen wird (vgl. Mt 3,10)?

Die Radikalität des Evangeliums, wie sie in der authentischen Gestalt Johannes des Täufers ganz anschaulich wird, löst bei mir immer wieder ein Wechselbad der Gefühle zwischen Faszination und Schrecken aus. Umso mehr, wenn das Wort Gottes so gar nicht dazu passen will, dass der Advent immer stärker zu einer wohlig-warmen (Vor-)Weihnachtszeit mutiert.

Für die Auslegung der Bibel wurden im Laufe der Zeit verschiedene Prinzipien formuliert. Eines davon lautet: Die Schrift mit der Schrift auslegen. Auf diese Weise gesellen sich zwei biblische Bilder zum radikalen Erlösungsgeschehen an Stumpf und Stiel hinzu:

Erstens: Jesus Christus selbst ist der hoffnungsvolle Keim aus einer (totgeglaubten) Wurzel, die Erfüllung des Schriftworts aus dem Buch Jesaja, der ersten Lesung des zweiten Adventssonntags: „An jenem Tag wächst aus dem Baumstumpf Ísais ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“ (Jes 11,1).

Zweitens: Im Gleichnis vom Feigenbaum im Weinberg (Lk 13,6-9) können wir in der Gestalt des Winzers Jesus Christus erkennen, der um Geduld wirbt, erneut investiert, Dünger statt der Axt an die Wurzel des Feigenbaums bringen will, damit dieser in Zukunft vielleicht doch Früchte trägt.

Wenn es um Stumpf und Stiel geht gibt es also im Sinne des Evangeliums mehrere, nicht nur faszinierend-erschreckende, sondern auch hoffnungsvolle Möglichkeiten. Eine wiederkehrende Perspektive ist dabei das Fruchtbringen. Und wenn wir uns umsehen, wird angesichts der Kriege, der Gewalt, bürokratischer Empathielosigkeit und Gleichgültigkeit nicht auch die Perspektive, dass einer die Axt an die Wurzel der Übel legt zu einer Aussicht, deren Eintreffen sehnlichst und mit Freude erwartet wird?

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wo möchte ich die Axt an die Wurzel legen?
  • Aus welchen Baumstümpfen möchte bei mir/in meinem Umfeld Neues wachsen und Frucht bringen?
  • Gibt es einen Kontakt/ein Projekt, für das ich nochmal mehr Geduld aufbringen kann?

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 01.12.2025

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