Hinführung Allerseelen, 02.11.2025, Lk 7,11-17.
Claudia Hubert, Referentin Berufungs- und Hochschulpastoral, ZUKUNFT.glauben
Der heutige Abschnitt des Evangeliums ist zwar kurz, enthält aber viele verschiedene Aspekte.
Was mir als erstes auffällt: Jesus handelt nicht auf Bitte oder durch Glaubensbekundung, sondern aus reinem Mitgefühl. Er sieht das Leid der Witwe: nicht nur der Verlust des geliebten Sohnes liegt auf ihr. Auch ist ihre Zukunft und ihre Versorgung nun ungewiss. Ohne einen Mann und einen Sohn war diese nicht mehr gesichert. Jesus sieht ihre ganze soziale und emotionale Not. Er lässt sich von dieser Not berühren und handelt, erweckt den toten Sohn. Das zeigt, dass Gottes Liebe nicht an Bedingungen geknüpft ist. Gott wirkt – einfach so. Und: er sieht jeden, wendet sich denen in Not zu, den Ausgegrenzten und Schwachen.
Doch die Erweckung des Jungen von Nain zeigt nicht nur Gottes bedingungslose Liebe. Mit dem Berühren der Barre setzt Jesus ein weiteres Zeichen. Nach jüdischem Gesetz machte der Kontakt mit einem Toten unrein. Doch Jesus überwindet diese Grenze, um Leben zu schenken. Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass die göttliche Liebe keine Schranken kennt; sich nicht einzwängen lässt.
Die Erweckung des Jünglings ist mehr als ein Wunder – sie ist ein Vorgeschmack auf die Auferstehung und das Leben, das Jesus bringt. Die Menschen erkennen das und sagen: „Gott hat sein Volk heimgesucht.“ Gerade am heutigen Fest-Allerseelen sind diese Worte Jesu ein Vorgeschmack auf das, was wir uns für uns selbst und unsere lieben Verstorbenen wünschen und glauben: dass Gott jeden Menschen beim Namen ruft und in das ewige Leben bei Ihm führt.
Als die Menge sieht, was geschieht, reagiert sie mit Furcht und Lobpreis – eine typische Reaktion auf Gottes Eingreifen. Die Menschen erkennen, dass hier ein Wunder geschieht, Gott nahe und am Wirken ist; er sich den Menschen – hier der Witwe und ihrem Sohn – annimmt. Diese Nähre erschüttert und erfüllt sie zugleich.
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 27.10.2025
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