Hinführung Fest der Kreuzerhöhung, 14.09.2025, Joh 3,13-17 (L1: Num 21,4-9; L2: Phil 2,6-11)
Gudrun Guerrini, Gemeindeberaterin in der Diözese Innsbruck, Mitglied der Weggemeinschaft Hall-Schönegg
Das Fest „Kreuzerhöhung“ wird in diesem Jahr an einem Sonntag gefeiert. Es lohnt sich, alle drei Schriftlesungen zusammenzuschauen, um eine Antwort auf die Frage „Was feiern wir?“ zu finden.
Das Evangelium ist ein Ausschnitt aus dem nächtlichen Gespräch Jesu mit Nikodemus (Joh 3,1-21), wenige Verse, aber dafür kompakte johanneische Theologie mit einer wahrhaft frohen Botschaft.
„Der Menschensohn muss erhöht werden“ (V14)
Der Evangelist nimmt Bezug auf eine Erzählung im Buch Numeri (21,4-9): Menschen, die von Giftschlangen gebissen werden, bleiben am Leben, wenn sie ihren Blick auf eine Kupferschlange richten, die Mose auf Anordnung Gottes an einer Stange – erhöht und für alle sichtbar - aufgehängt hat.
Der Kreuzestod Jesu bietet oberflächlich betrachtet ein ähnliches Bild. Ein hingerichteter Verbrecher wird zur Abschreckung öffentlich –am Marterpfahl erhöht- zur Schau gestellt.
Die Theologie des Johannes führt über diese oberflächliche Betrachtung weit hinaus. Der Gekreuzigte wird im Tod bereits in die göttliche Sphäre hineingenommen, die nach dem Verständnis des Evangelisten „oben“ ist, also erhöht. Diese Deutung begegnet uns auch Philipperbrief (2,9): Gott hat Jesus „über alle erhöht“ und so sein Leben vollendet.
Gott rettet (V 17)
„Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“, sagt Jesus. (Joh 12,32) – Er geht uns voraus und in seinem Sog wird auch das Leben derer, die an ihn glauben, zur Vollendung bei Gott geführt. In diesem Sinn geht vom Gekreuzigten Heil aus, die Verheißung ewigen Lebens. Das Kreuz wird somit zum Symbol der Rettung. Die Würde des Geschundenen wird im Tod durch Gott wiederhergestellt. Für Viele, die Unrecht erleiden oder unvorstellbare Qualen aushalten müssen ist diese Aussicht auf Gerechtigkeit ein Trost.
Kreuzerhöhung ist kein Fest der Glorifizierung von Leiden und Qual. Es bestärkt in der Hoffnung, dass Gott seine Verheißung einlöst, menschliches Leben durch den irdischen Tod hindurch zu vollenden.
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 08.09.2025
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