25.Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 25. Sonntag im Jahreskreis , 21.09.2025, Lk 16,1-13

Gudrun Guerrini, Gemeindeberaterin in der Diözese Innsbruck, Mitglied der Weggemeinschaft Hall-Schönegg


Der Gleichnisstoff (V 1-8) im Sonntagsevangelium ist ein Gaunerstück mit einem Helden von zweifelhafter Moral. Dass Jesus ihn auch noch lobt, mag irritierend sein und ohne die erklärenden Verse (V 9-13) wäre die Gefahr groß, sich gedanklich zu verlaufen.

Jesus lobt die Klugheit des Verwalters, den er auch als „Kind dieser Welt“ bezeichnet. Worin besteht die Klugheit und können wir von dieser Klugheit lernen? Der Verwalter blickt seiner bedrohlichen Lage ins Auge und nimmt eine realistische Einschätzung seiner Möglichkeiten vor (V3). Es erfordert Mut, der Gefahr ins Auge zu schauen. Bedrohliches verschwindet meistens nicht von selbst, sondern es hilft nur entschiedenes Anpacken. Mit Kreativität und Entschlossenheit sucht er einen Ausweg aus seiner krisenhaften Situation und baut sich mit Hilfe des Vermögens, das ihm nicht gehört, ein Netzwerk zum Überleben auf. (V4-7) Sein Engagement und sein Einfallsreichtum, sich aus dieser Krise zu retten sind durchaus nachahmenswert. Nicht so die Veruntreuung und die Tatsache, dass er seinem Herrn in den Rücken fällt. Jesus mahnt bei seinen Jüngern Zuverlässigkeit ein: Im Großen und im Kleinen, mit dem eigenen und dem fremden Gut (V 10-12).

Der reiche Mann und der Verwalter sind Repräsentanten eines Systems, das die Gewinnmaximierung zum obersten Ziel erklärt und für dieses Ziel die Ausbeutung von Menschen in Kauf nimmt. Durch eine überhöhte Zinspolitik werden Menschen in die Schuldenspirale hineingetrieben und über Generationen hinweg versklavt. Ein solches Unrechtssystem ermöglicht es, dass Reiche immer reicher werden, also „ungerechten Mammon“ (V 9, V11) erwirtschaften. Diese Mechanismen des Kapitalismus bestimmen in vielen Bereichen auch die Welt von heute und es ist herausfordernd, sich mit der eigenen Lebenspraxis darin zu positionieren.

Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! Der letzte Vers des Sonntagsevangeliums bringt es auf den Punkt. Er sitzt wie ein Stachel im Fleisch. Er rüttelt auf. Er schreit danach, die Entscheidungen des Alltags zu prüfen. Wem spielt unser Konsumverhalten in die Hände? Welche Auswirkungen hat es auf die Ressourcen der Erde? Nehmen wir die Ausbeutung von Menschen für unseren Wohlstand gedankenlos in Kauf? Wer profitiert davon? Wir sind Teil dieses Wirtschaftssystems und leben darin. Und dennoch gibt es Spielräume für unser Handeln, die wir klug und entschlossen nutzen können, um die Vision vom „wahren Gut“, dem Reich Gottes, das uns anvertraut ist, ein Stück Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Welche Fragen wirft dieses Sonntagsevangelium bei Ihnen/bei dir auf? Wo gibt es Zustimmung bzw. Widerstand? Was bedeutet „Gott dienen“ bzw. „dem Mammon dienen“ für Sie/für dich konkret?
  • Entschlossenheit und Mut zu ungewöhnlichen Lösungen – In welchen Bereichen wäre das notwendig? Beispiele aus dem eigenen Leben und der Welt von heute

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 15.09.2025

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