Hinführung 22. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung zum 22. Sonntag im Jahreskreis, 24.08. 2025, Lk 14,1.7-14.
Mag.a Carina MATHOY, Religionslehrerin an der HTL Imst

 

Es gibt diese stillen Szenen, in denen man Menschen einfach nur beobachtet – und plötzlich mehr sieht als das Offensichtliche. Jesus sitzt im heutigen Evangelium bei einem Sabbatmahl mit den Pharisäern. Und bevor er spricht, schaut er einfach nur hin. Er sieht, wie sich die Gäste Plätze suchen, wie sie taktieren, um möglichst gut dazustehen. Und dann beginnt er zu erzählen. Er spricht nicht belehrend, sondern fast wie ein Gastgeber mit einem feinen Gespür für menschliche Eitelkeiten. „Such dir nicht selbst den Ehrenplatz aus“, (Lk 14,8) sagt er. Und später: Lade nicht nur die ein, von denen du dir etwas erhoffst – sondern die, die es dir nicht vergelten können.

Jesus geht es nicht um Tischsitten – sondern um Herzenseinstellungen. Um unsere Sehnsucht nach Anerkennung, nach Sichtbarkeit, nach Bedeutung. Diese Sehnsucht ist zutiefst menschlich. Aber sie kann uns auch gefangen nehmen. Wer immer ganz oben sitzen will, wird sich selbst nie genügen. Wer nur gibt, um zurückzubekommen, verpasst das eigentliche Geschenk des Gebens. Jesus lädt uns heute ein, neu auf die Haltung unseres Herzens zu schauen: Warum tue ich, was ich tue? Was erwarte ich von anderen – und was bin ich bereit, ohne Gegenleistung zu schenken?

In der christlichen Tradition gibt es dafür ein schlichtes, kraftvolles Wort: Demut. Kein Kleinmachen, kein Ducken – sondern das Wissen: Ich muss nicht glänzen, um wertvoll zu sein.
„Demut macht uns leicht, einfach, frei – weil sie uns von der Sorge befreit, jemand sein zu müssen.“ (aus einem spirituellen Text)

In einer Welt, in der so viel von Status, Ansehen und Wirkung abhängt, ist diese Haltung nicht selbstverständlich. Aber sie ist befreiend. Und sie öffnet den Raum, in dem Gottes Gnade wirken kann – jenseits von Leistung und Anerkennung.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  1. Wo wünsche ich mir Anerkennung – und wie gehe ich damit um, wenn ich sie nicht bekomme?
  2. Was bedeutet Demut für mich – und wo ist sie vielleicht heilsam in meinem Leben?
  3. Wen lade ich in mein Leben ein – nur die, die mir „nützen“, oder auch die, von denen ich nichts zurückerwarte?

 

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 25.08.2025

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