Hinführung 15. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 15. Sonntag im Jahreskreis, 13.07. 2025, Lk 10, 25-37
Mag. Bernhard Kathrein-Wieser BA BA MA, Pastoralassistent:in im SR Seelsorgeraum Westliches Mittelgebirge

Ein Gesetzeslehrer tritt an Jesus heran und stellt ihm eine entscheidende Frage: „Wer ist mein Nächster?" Statt einer direkten Antwort erzählt Jesus eine Geschichte, die herkömmliche Vorstellungen aufbricht und dazu anregt, über das eigene Handeln nachzudenken.

Ein Mann wird auf seinem Weg von Jerusalem nach Jericho überfallen, ausgeraubt und schwer verletzt zurückgelassen. Zwei Vertreter der religiösen Elite – ein Priester und ein Levit – kommen vorbei, sehen ihn, aber gehen weiter. Sie haben möglicherweise gute Gründe, nicht zu helfen. Vielleicht fürchten sie sich vor den Räubern, vielleicht wollen sie sich nicht unrein machen. Doch dann kommt ein Samariter vorbei – einer, den man damals nicht als Vorbild betrachtet hätte. Er sieht den Verletzten, bleibt stehen und handelt. Er versorgt die Wunden mit Öl und Wein, hebt den Mann auf sein Reittier und bringt ihn in eine Herberge. Dort übernimmt er nicht nur die Kosten, sondern sichert auch seine weitere Versorgung. Die Pointe der Erzählung liegt in Jesu abschließender Frage: „Wer von diesen dreien ist dem der Nächste geworden, der unter die Räuber gefallen ist?" Die Antwort liegt auf der Hand: Nicht Herkunft, Status oder religiöse Zugehörigkeit definieren den Nächsten, sondern das konkrete Handeln aus Barmherzigkeit. Jesus fordert den Gesetzeslehrer auf: „Dann geh und handle du genauso!" Dieses Gleichnis stellt nicht die Frage, wer als Nächster gilt, sondern wem ich zum Nächsten werde. Nächstenliebe ist kein abstraktes Konzept, sondern zeigt sich in konkretem Tun – unabhängig davon, wer der andere ist. Es geht nicht darum, Grenzen zu ziehen, sondern sie zu überwinden. Der Samariter handelt ohne Vorbehalte, weil er den leidenden Menschen sieht. Jesu Worte machen deutlich: Wahre Nächstenliebe beginnt dort, wo Mitgefühl zur Tat wird.

Fragen zum Text:

  • Wo werde ich in meinem Alltag mit der Frage konfrontiert, wem ich zum Nächsten werde?
  • Was hält mich manchmal davon ab, zu helfen, obwohl ich es könnte?
  • Wie kann ich in meinem Umfeld barmherziger handeln, ohne nach den Grenzen von „Nächsten" und „Nicht-Nächsten" zu fragen?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 07.07.2025

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