Sechster Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierten gibt es hier jede Woche kurze Gedanken zum Sonntagsevangelium mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung zum Evangelium des sechsten Sonntags im Jahreskreis am 15. Februar 2026: Mt 5,17-37

„Und es geschah, als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge voll Staunen über seine Lehre“ (Mt 7,28). Ja, betroffen sind auch wir. Und entsetzt, verärgert, empört - Jesus stellt sich in seiner Rede auf die gleiche Stufe mit Gott. Wenn er mehrfach sagt: „Ich aber sage euch“, dann gibt er dem Jahwe-Gottesvolk mit gleicher Autorität wie Gott Lebensweisungen.

Kann es denn wörtlich gemeint sein, wenn Jesus sagt: Nicht nur der Mörder gehört vor Gericht gestellt, sondern auch jeder, der seinen Bruder hasst? Schließlich ist ein Mord nachweisbar; wie aber sollen Gesinnungen wie Hass und Zorn vor Gericht nachgewiesen werden? Trotzdem sagt Jesus: Wer einen andern hasst, gehört vor Gericht gestellt. Damit stellt er Mörder und Hasser auf die gleiche Stufe.

Aber Jesus behält recht. Denn wer hasst, der will in seinem Herzen: „Der/Die andere soll nicht sein! Ich will ihn/sie weghaben.“ Also: Der Hasser ist wirklich ein Mörder – ein Gesinnungsmörder. Nicht umsonst sprechen wir z. B. von Ruf-Mord: morden durch Verleumdung; oder von Sozial-Mord durch Kaltstellen oder Isolieren des/der anderen. Alles unauffällige Mord-Praktiken. Aus purem Hass.

Jesus ist nicht realitätsfern, er hatte eine scharfe Menschenbeobachtung. Wenn er den Hass wie den Mord behandelt, dann geht er an die Wurzel des Bösen und er radikalisiert das fünfte Gebot.

Ähnlich wie das 5. Gebot, verinnerlicht Jesus auch das 6. Gebot: Er sagt: Nicht nur der, der einen vollendeten Ehebruch begangen hat, ist ein Ehebrecher, sondern schon der, der eine Frau erregt anschaut. Also er hat in seinem Herzen die Ehe schon gebrochen. Also wir können auch mental, in unserer Vorstellung, Ehebruch begehen.

Mit der Vertiefung des 8. Gebotes lehnt Jesus das Schwören ab, weil der Mensch das Lügen als eine unvermeidliche Notwendigkeit im Leben akzeptiert hat. Deshalb seine Forderung: Sagt doch einfach ja oder nein. Alles darüber hinaus ist schon Teil des Bösen.

Wenn das Gute den Menschen bis in sein innerstes Herz hinein durchdrungen hat, dann wären sogar die alten zehn Gebote Gottes überflüssig.

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wie die Jünger*innen fragen auch wir uns heute: „Wer kann da noch gerettet werden?“ Glaube ich aufrichtig, dass Gott eine innere Umwandlung vollziehen und die Lebensordnung Jesu ins Herz einschreiben kann?
  • Wenn Jesus das Schwören ablehnt, schützt er radikal die Wahrheit. Kann ich ehrlich ja oder nein sagen?
  • Gottes Anspruch greift nach dem ganzen Menschen. Gott will das Gute bis in die Gesinnung des Menschen hinein. Bin ich glücklich über meine letzten Entscheidungen über Gut und Böse, die ich im Herzen fälle?

 

Mag. Marion Prieler, MA - Pfarrseelsorgerin Seelsorgeraum St. Pius X. - Rum - NeuRum

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 09.02.2026

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