3. Adventssonntag 2025


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierten gibt es hier jede Woche kurze Gedanken zum Sonntagsevangelium mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 3. Adventssonntag 2025, 14.12.2025, Mt 11,2-11

Verunsicherte Freude

Der dritte Adventssonntag, dessen lateinischer Eröffnungsgesang mit dem Wort „Gaudete – Freut Euch“ beginnt, lässt angesichts der über die Hälfte zurückgelegten Wegstrecke bis zum Weihnachtsfest die Vorfreude auch im liturgischen Gewand sichtbar werden: Die Bußfarbe Violett ist vom aufstrahlenden Glanz der Krippe zu einem zarten Rosa geworden.

Im Evangelium begegnet uns einmal mehr in dieser Adventszeit Johannes der Täufer. Der Buß- und Umkehrprediger, der mehr ist als ein Prophet, wie Jesus selbst am Ende der Evangelienperikope wissen lässt, ist ins Gefängnis gesperrt worden. Seine öffentliche Kritik hatte dem Tetrarchen Herodes Antipas die Freude an seiner unrechtmäßigen Verbindung mit seiner Schwägerin vermiest. Es könnte also Herodes gemeint sein, der nach den Worten Jesu zwar jetzt größer als Johannes, im Himmelreich aber der Kleinste ist.

Bis ins Gefängnis sprach sich herum, welche Wundertaten sich in Galiläa ereigneten. Und es wäre nun eigentlich naheliegend, dass Johannes sogleich voller Freude er- und bekennt, dass der da ist, den er selbst so wortgewaltig angekündigt hat und bei dessen Taufe im Jordan „eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3,17).

Jedoch: Johannes scheint verunsichert zu sein, ob er sich wirklich freuen darf. Hat er Anstoß an Jesus genommen? Manche Exegeten vermuten eine gewisse Konkurrenzsituation zwischen Johannes und Jesus, eine Emanzipation Jesu von der Schule des Johannes. Vielleicht mochte das, was Johannes im Gefängnis zu hören bekam nicht zu dem passen, wie er sich das von ihm als Reinigung der Tenne, als gewaltiges Wirken an Stumpf und Stiel (vgl. Mt 3,10-12) angekündigte Wirken des Messias vorgestellt hatte.

Wer im Matthäusevangelium etwas zurückblättert, kann nachlesen, dass die Antwort Jesu, auf die eigentlich als Ja-Nein-Frage gestellte Nachfrage des inhaftierten Täufers eine unfassbar kurze und selektive Zusammenfassung dessen ist, was bisher geschah. Inzwischen hatte Jesus bereits die Bergpredigt gehalten, die großen Bildworte vom Licht der Welt und Salz der Erde gesprochen (vgl. Mt 5), seine Jünger das Vaterunser gelehrt (Mt 6,5-15) und sie „wie Schafe mitten unter die Wölfe gesendet“ (Mt 10, 16).

Doch alle diese großen Reden lässt Jesus dem Johannes nicht als Antwort übermitteln, sondern er sendet die Boten als Augen- und Ohrenzeugen dessen zurück, was sein Wegbereiter selbst schon in seiner Zelle vernommen hat: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet“ (Mt 11,5). An diesen Früchten Jesu soll Johannes voll Freude erkennen, dass im Handeln Jesu das Himmelreich den Menschen nahegekommen ist und sich des Schriftworts der ersten Lesung erfüllt hat: „Er [Gott] selbst kommt und wird euch retten“ (Jes 35,4).

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Was sehe und höre ich, worin ich die Nähe des Himmelreiches erkenne?
  • Gibt es Worte des Evangeliums, die im Konflikt zu meinen Vorstellungen von Gott und seinem Wirken stehen?
  • Freue ich mich auf das Kommen Gottes? Verunsichert mich etwas beim Gedanken daran?

 

Paul Faulhaber, Fachreferent für Weggemeinschaften und pastorale Innovation, ZUKUNFT.glauben

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 09.12.2025

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