Hinführung 28. Sonntag im Jahreskreis


Am 28. Sonntag im Jahreskreis handelt von Festen, Geschäften und einem Hochzeitsgewand.

 

Hinführung zum Evangelium des 28. Sonntags im Jahreskreis am 4. Oktober 2026: Mt 22,1-14

 

  • „Die Gerufenen rufen“: Zweimal sendet der König seine Diener, um die bereits Eingeladenen zu rufen (wörtlich übersetzt: „um die Gerufenen zu rufen“). Die Einladung ist dringend: „Alles ist bereit.“ Dennoch lehnen die Geladenen ab. Ihre Gründe sind alltägliche Beschäftigungen – Acker, Geschäft –, die letztlich wichtiger werden als die Einladung des Königs.
  • Ablehnung und Gewalt: Die Diener werden nicht nur ignoriert, sondern misshandelt und getötet. Im ursprünglichen Kontext können darin die Ablehnung Jesu und später die Verfolgung der Apostel anklingen. Die Zerstörung der Stadt lässt sich möglicherweise auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 beziehen. Das Gleichnis reicht damit über das irdische Wirken Jesu hinaus und spricht auch in die Situation der frühen Kirche.
  • Die Einladung gilt allen: Nachdem die ursprünglich Geladenen die Einladung ausschlagen, werden Menschen von den Straßen zusammengerufen – „Böse und Gute“. Gottes Einladung zur Gemeinschaft ist nicht an Herkunft, Leistung oder gesellschaftlichen Rang gebunden. Der Festsaal füllt sich.
  • Das Hochzeitsgewand: Der eine Gast ohne Hochzeitsgewand steht für eine Haltung, die zwar die Einladung annimmt, aber nicht wirklich auf das Fest eingeht. Es geht nicht um äußere Kleidung, sondern um die innere Bereitschaft, sich auf die Gemeinschaft und Freude des Gastgebers einzulassen.
  • Das Reich Gottes als Festmahl: Das Hochzeitsmahl ist ein Bild für das Heil und die endgültige Gemeinschaft mit Gott. Weil diese Wirklichkeit unsere Vorstellung übersteigt, spricht Jesus in Bildern. Schon Jesaja beschreibt das kommende Heil als Mahl für alle Völker (heutige Lesung: Jes 25,6-10).
  • Geschenk statt Leistung: Das Heil kann nicht verdient werden. Entscheidend ist, die Einladung Gottes ernst zu nehmen und sich auf seine Freude einzulassen. Das „Hochzeitsgewand“ kann im Licht von Gal 3,27 als Bild für die Zugehörigkeit zu Christus verstanden werden: In Glaube, Hoffnung und Liebe „ziehen wir Christus an“.
  • Das Fest beginnt schon jetzt: Die Einladung Gottes verweist nicht nur auf das ewige Leben. Gemeinschaft, Freude und die Nähe Gottes werden bereits gegenwärtig erfahrbar. Die Eucharistie ist dabei ein Vorgeschmack auf das endgültige Festmahl.

 

Fragen zum Weiterdenken

 

  1. Was ist mir wichtiger?
    Welche „Äcker und Geschäfte“ bestimmen meinen Alltag so sehr, dass ich Gottes Einladung überhöre? Wo bleibt keine Zeit mehr für Glauben, Gemeinschaft und Gebet?
  2. Wie trage ich mein Hochzeitsgewand?
    Christsein bedeutet nicht nur, eingeladen zu sein. Bin ich innerlich bereit, mich auf Christus einzulassen und seine Freude mit anderen zu teilen?
  3. Das Fest beginnt heute.
    Gottes Reich ist nicht nur eine Hoffnung für später. Wo können wir schon heute etwas von seiner Freude, seiner Gemeinschaft und seiner offenen Einladung erfahrbar machen? Welche Bedeutung hat für mich die Eucharistie?

 

Dr. Mira Stare - Pfarrseelsorgerin und -kuratorin, Senior Scientist am Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 05.10.2026

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