Hinführung zum Evangelium des 27. Sonntags im Jahreskreis am 4. Oktober 2026: Mt 21,33-44
Das Evangelium vom 27. Sonntag im Jahreskreis schließt unmittelbar an das Evangelium des vergangenen Sonntags (Mt 21,28–32) an. Jesus befindet sich noch immer im Tempel von Jerusalem und lehrt in Gleichnissen. Er möchte insbesondere die anwesenden religiösen Autoritäten – die Hohenpriester und die Pharisäer – ansprechen und ihnen durch das Gleichnis einen Spiegel für ihr Verhalten vorhalten.
Wieder geht es um einen Weinberg. Der Gutsbesitzer legt einen Weinberg an, stattet ihn mit allem Notwendigen aus und verpachtet ihn anschließend an Winzer, während er in ein anderes Land verreist.
Die ganze Dramatik beginnt bei der Ernte. Der Gutsbesitzer schickt seine Knechte zu den Winzern, um die Früchte abzuholen. Doch die Winzer behandeln sie gewalttätig und bringen einige von ihnen um. Auch weitere Knechte, die der Gutsbesitzer schickt, werden getötet.
Schließlich schickt der Gutsbesitzer seinen Sohn. Doch auch ihm begegnen die Winzer mit Gewalt. Sie bringen ihn, den Erben, um, um sein Erbe in Besitz zu nehmen.
Jesus weist auf die Konsequenzen hin: Der Weinbergbesitzer wird die bösen Winzer vernichten und den Weinberg an andere verpachten, die ihm zur Zeit der Ernte die Früchte abliefern. Mit dem Zitat aus Ps 118,22–23 über den Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, weist Jesus auf sein eigenes Schicksal und auf das Reich Gottes, das er verkündet, hin.
Die Hohenpriester und die Pharisäer erkennen sich in den Worten Jesu. Sie reagieren schließlich so wie die Winzer im Gleichnis: „Sie suchten ihn zu ergreifen …“ (Mt 21,46).
Fragen zum Weiterdenken
* Meine Aufgabe im Weinberg des Herrn
Wiederholt spricht Jesus in seinen Gleichnissen vom Weinberg. Er ist ein Bild für das Reich Gottes. Uns allen ist die Möglichkeit gegeben, im Weinberg des Herrn zu sein und zu arbeiten.
Meine Aufgabe: Was ist meine Aufgabe im Weinberg des Herrn?
* Die Früchte des Reiches Gottes sind kein Privatbesitz!
Das Problem der ersten Winzer ist nicht ihre Arbeit im Weinberg, sondern dass sie die Früchte nicht an den Gutsbesitzer abgeben wollen. Um sie zu behalten, greifen sie sogar zur Gewalt und töten seinen Sohn.
Meine Haltung: Wie gehe ich mit den Früchten des Reiches Gottes um? Ist mir bewusst, dass sie nicht mein Eigentum, sondern Gottes Eigentum sind? Bin ich bereit, sie mit anderen zu teilen und Gott dafür zu danken?
* Jesus – der Verworfene wird zum Eckstein!
Das Schicksal des Sohnes erinnert an den gewaltsamen Tod Jesu. Das Bild vom Eckstein zeigt jedoch: Der verworfene Stein wird zum tragenden Fundament. So bleibt auch Jesus nicht im Tod verworfen, sondern wird durch die Auferstehung zum Eckstein.
Mein Fundament: Wer ist Jesus für mich – nur der durch die Todesgewalt verworfene „Stein“ oder durch seine Auferstehung der lebendige „Eckstein“ meines Lebens?
Dr. Mira Stare - Pfarrseelsorgerin und -kuratorin, Senior Scientist am Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 28.09.2026
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