Mit dem Evangelium auf dem Weg


Für die Weggemeinschaften und das persönliche Nachdenken daheim finden Sie hier die Hinführung zum Evangelium vom 27. Sonntag im Jahreskreis

27. Sonntag im Jahreskreis (B), 03.10.2021, Mk 10,2-16, Hinführung
Helene Daxecker-Okon, Theologin, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung

Ehescheidung und Kindersegnung
Im Sonntagsevangelium geht es um zwei sehr unterschiedliche Themen: Pharisäer befragen Jesus zur Ehescheidung, um zu wissen welcher Auslegungstradition er angehört (Mk 10,2-12). Darauf folgt der bekannte Abschnitt, bei dem Jesus Kinder herzt und segnet (Mk 10,13-16).

Mit Kenntnissen über die damaligen Wertsysteme ist das Evangelium leichter verständlich:
• Ehescheidung: Jesus positionierte sich – mit Verweis auf die Schöpfung - eindeutig gegen die Ehescheidung. Wer seine Frau (bzw. seinen Mann entlässt), begehe Ehebruch (Mk 10, 11f). Vielfach wird diese Aussage Jesu als eine Aufwertung der Frau verstanden, da sich in der jüdischen Gesellschaft praktisch nur Männer scheiden lassen konnten. Für die Frauen, die außerhäuslich kaum Möglichkeiten hatten, war eine Scheidung prekär. Ihnen drohte der gesellschaftliche Absturz bis hin zur Prostitution.
• Kindersegnung: Es ist anzunehmen, dass Jesus mit seiner Parteinahme für die Kinder nicht unbedingt deren Kreativität und kindliche Wahrnehmung ins Zentrum rücken wollte. Vielmehr stellte er einmal wieder fest, dass die Rechtlosen, Abhängigen und Besitzlosen (zu denen Kinder faktisch zählten) den Weg in den Himmel finden werden – ähnlich wie in den Seligpreisungen (Lk 6,20). Besonders auffällig: Die Kinder wurden zu ihm gebracht, „damit er sie berühre" (Mk 10,13). Jesus erfüllte den Wunsch gleich dreifach leiblich: Er umarmte, er segnete, er legte die Hände auf. Eine dreifach heilsame Wohltat.

Quellen: P. Dschulnigg, Das Markusevangelium, Kohlhammer (265-273); E. Reuber, Handbuch zum Markus-Evangelium, Lit Verlag (140-142);

Fragen zum Weiterdenken:
• Gibt es Menschen (meist Frauen) in der Pfarre, die von Armut betroffen sind, weil ihre häusliche Arbeit nicht abgesichert war (z.B. wegen einer Scheidung)?
• Was könnte man gesellschaftspolitisch dagegen tun?
• Wo fehlen heilsame Berührungen in der Zeit des Abstandshaltens?


 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der Missionarischen Pastoral der Diözese Innsbruck

Wer die Hinführung wöchentlich per email als pdf zugeschickt bekommen möchte, melde sich bei martin.lesky@dibk.at

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